Sobald jemand erfährt, dass du ein Musiker bist, wird meist sofort die Frage gestellt: „Und was für Musik macht ihr?“ Eine gute und verständliche Frage, aber in unserem Fall nicht leicht zu beantworten, wie euch jeder, der schon über uns geschrieben oder eines unserer Konzerte besucht hat, bestätigen kann. Unsere Musik wurde schon beschrieben als:

 

„Queer Jazz“

„Punk-Kabarett“

„Guerilla-Chanson“

oder einfach nur:

„gut“.

 

Auch die Bezeichnung „Amokkinder des Berliner Chansons“ steht uns gut, finden wir, und die Aufgabe, die wir uns gestellt haben, beschreiben wir gerne mit dem berühmten Zitat:

 

„It's our job to comfort the disturbed, and disturb the comfortable“.

 

Konkret musikalisch führt das zu den verschiedensten Ausformungen - am besten hört ihr einfach mal rein.

 

Trotzdem ein paar Hintergrundinformationen:

 

Das Projekt Princessin Hans entstand ursprünglich aus der Fragestellung, wie die populäre Musik in Berlin und allgemein im Deutschland der Zwanziger und Dreissiger Jahre sich weiterentwickelt hätte, wenn die Nazis nicht an die Macht gekommen wären. Die Zensur und die Verfolgung während Deutschlands „Bruch mit der Zivilisation“ hatten zur Folge, dass die meisten experimentierfreudigen Musiker entweder gezwungen waren, das Land zu verlassen, oder ihre beruflichen Möglichkeiten - wenn nicht sogar ihr Leben - verloren, wenn sie in Deutschland blieben.

 

Anders als viele aktuelle Musiker, die die historische Musik dieser Zeit wieder auferstehen lassen, haben wir uns gefragt, wie zeitgenössische deutsche Popmusik klingen könnte, wenn sie sich - mit der DNA von damals - weiterentwickelt hätte, beeinflusst von Rock’n’Roll, Punk, Disco, Hiphop etc., dabei aber die Wurzeln aus dem frühen 20. Jahrhundert bewahrend.

 

Unsere Musik reflektiert einerseits diese Idee einer Neuinterpretation des demaligen Geistes, ist aber natürlich gleichzeitig auch durch unsere alltäglichen Erfahrungen im Berlin des 21. Jahrhunderts geprägt.

 

Wir versuchen, das stetige Experimentieren mit Musik und Texten nicht abreißen zu lassen (hauptsächlich weil wir beide sehr neugierige Menschen sind, denen sonst schnell langweilig wird), und sehen unsere Arbeit als Beitrag zur langen Tradition des Infragestellens von Normen und Machtstrukturen der Zeit, in der wir leben - oft mit hohem Satireanteil.